Aktuelles

11. Oktober 2019
Jubiläumsfeier – 40 Jahre autonomes Frauenhaus Oberhausen




Das Frauenhaus in Oberhausen wurde in diesem Jahr 40 Jahre alt. In den letzten Jahren gab es kaum einen Tag, an dem das autonome Frauenhaus nicht voll belegt war. Und der Zustrom von Frauen, die hier für sich und ihre Kinder Schutz suchen, ist ungebrochen. Es gehört zum traurigen Alltag, dass immer wieder Frauen abgewiesen werden müssen. Das ist nicht nur in Oberhausen so, sondern in fast allen Frauenhäusern.

Mit Blick auf die 40 Jahre seit Gründung des autonomen Frauenhauses haben sich auch die Aufgaben verändert. Es gibt vielschichtige Problemlagen bei den Bewohnerinnen, der Aufwand ist viel höher geworden – bedingt zum Beispiel durch Sprachprobleme oder die Nutzung von neuen Medien. Diese und ähnliche Fragen beschäftigen das Team im Frauenhaus und es kommen täglich neue Herausforderungen hinzu. 
 
Trotz des gestiegenen Arbeitspensums bietet das Frauenhaus eine Vielzahl an Angeboten für seine aktuellen und ehemaligen Bewohnerinnen. Das Frauenhaus ist auch außer Haus am 8. März genauso präsent wie am 25. November und setzt mit verschiedenen Aktivitäten, wie beim »One Billion Rising«, Zeichen gegen Gewalt an Frauen und ihren Kindern. Das Projekt »Second Stage«, welches vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW gefördert wird, ist eine Kooperation mit dem autonomen Frauenhaus in Essen und bis Ende 2020 fest in den Alltag des Frauenhauses installiert.

Hinzukommt die gute Vernetzung, sowohl kommunal als auch bundesweit. Selbst der Besuch der staatlichen Frauenhäuser in der Türkei, darunter des autonomen Frauenhauses »Mor Cati« in Istanbul, zeigt, dass der Vernetzung und der Arbeit gegen häusliche Gewalt keine Grenzen gesetzt sind.

Obwohl sich das autonome Frauenhaus – wie auch die vielen Frauenhäuser bundesweit – seit Jahren für die Belange und besonders für den Schutz und die Sicherheit seiner Bewohnerinnen und deren Kinder einsetzt, ist die Finanzierung der Frauenhäuser nicht gesetzlich festgeschrieben. Für die Politik ist es kein Grund, Frauenhäuser ohne bürokratischen Aufwand bedarfsgerecht zu finanzieren, obwohl jeden Tag ein Mann versucht in Deutschland seine Partnerin zu töten und dies an jedem zweiten Tag gelingt. Tragisch, dass selbst in Oberhausen zwei Bewohnerinnen des autonomen Frauenhauses durch ihren Partner getötet wurden.

Die Finanzierung der Frauenhäuser steht daher seit ihrer Gründung in der Kritik. Es ist eine Finanzierung, die sich nicht alle Frauen leisten können und es ist unverständlich, dass Opfer Miete zahlen oder Leistungen beantragen müssen, damit ihnen geholfen wird. Es gibt Frauen, die keinen Zugang zu Leistungen haben und die über Spenden oder andere Kanäle durch das Frauenhaus finanziert werden müssen. Schon alleine aus diesen Gründen fordert das Frauenhaus seit Jahren eine einheitliche, bessere und bundesweite Finanzierung. 

Natürlich gibt es inzwischen eine Reihe von Politiker*innen wie auch Parteien, Institutionen, Organisationen und Menschen, die das autonome Frauenhaus in Oberhausen unterstützen, sich für die Belange der Frauen und Kinder einsetzen, ihre Stimme erheben und vieles mit und für das Frauenhaus erreicht haben. Mit diesen Menschen hat das Frauenhaus am 11. Oktober 2019 im Zentrum Altenberg in Oberhausen gefeiert. Gefeiert, dass es einen Ort für schutzsuchende Frauen und ihre Kinder gibt, denn ohne diese Schutzeinrichtung würden viele Frauen weder den Mut zur Flucht ergreifen noch ein gewaltfreies Leben führen können.



Unser musikalisches Jubiläums-Trio – Hien Trinh, Mirella Salatek und Lisa Marie Bruynen – begeisterte das Publikum mit Liedern von Gloria Gaynor, Aretha Franklin und Cyndi Lauper