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40 Jahre autonomes Frauenhaus Oberhausen




Das Frauenhaus in Oberhausen wird in diesem Jahr 40 Jahre alt. Und der Zustrom von Frauen, die hier für sich und ihre Kinder Schutz suchen, ist ungebrochen. In den letzten Jahren gab es kaum einen Tag, an dem das Haus nicht voll belegt war. Es gehört zum traurigen Alltag, dass immer wieder Frauen abgewiesen werden müssen. Das ist nicht nur in Oberhausen so, sondern in fast allen Frauenhäusern.

Auch die Herausforderungen haben sich verändert – mit Blick auf die 40 Jahre seit Gründung des autonomen Frauenhauses. Es gibt vielschichtige Problemlagen bei den Bewohnerinnen, auch der Aufwand ist viel höher geworden, wie zum Beispiel Sprachprobleme oder die Nutzung von neuen Medien.

Diese und ähnliche Fragen beschäftigen das Team im Frauenhaus und es kommen täglich neue Herausforderungen dazu. Trotz dieser Aufgaben und des gestiegenen Arbeitspensums bietet das Frauenhaus eine Vielzahl an Angeboten für ihre aktuellen und ehemaligen Bewohnerinnen.

Das Frauenhaus ist auch außer Haus am 8. März genauso präsent wie am 25. November und setzt mit verschiedenen Aktivitäten wie beim »One Billion Rising«, Zeichen gegen Gewalt an Frauen und ihren Kindern. Das Projekt »Second Stage«, welches vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW gefördert wird, ist eine Kooperation mit dem autonomen Frauenhaus in Essen und bis Ende 2020 fest in den Alltag des Frauenhauses installiert. Hinzukommt die gute Vernetzung kommunal- und bundesweit. Selbst ein Besuch in der Türkei bei dem autonomen Frauenhaus in Istanbul »Mor Cati« und der Besuch der türkischen staatlichen Frauenhäuser zeigt, dass der Vernetzung und der Arbeit gegen Häusliche Gewalt keine Grenzen gesetzt sind.

Obwohl sich das autonome Frauenhaus, wie auch die vielen Frauenhäuser bundesweit, seit Jahren für die Belange und besonders für den Schutz und die Sicherheit ihrer Bewohnerinnen und deren Kindern einsetzt, ist die Finanzierung der Frauenhäuser nicht gesetzlich festgeschrieben. Für die Politik ist es kein Grund, Frauenhäuser ohne bürokratischen Aufwand bedarfsgerecht zu finanzieren, obwohl jeden Tag ein Mann versucht in Deutschland seine Partnerin zu töten und dies an jedem zweiten Tag gelingt. Tragisch, dass selbst in Oberhausen zwei Bewohnerinnen des autonomen Frauenhauses durch ihren Partner getötet wurden.

Die Finanzierung der Frauenhäuser steht daher seit ihrer Gründung in der Kritik. Es ist eine Finanzierung, die sich nicht alle Frauen leisten können und es ist unverständlich, dass Opfer Miete zahlen oder Leistungen beantragen müssen, damit Ihnen geholfen wird. Es gibt Frauen die keinen Zugang zu Leistungen haben und die über Spenden oder andere Kanäle durch das Frauenhaus finanziert werden müssen. Schon alleine aus diesen Gründen fordert das Frauenhaus seit Jahren eine einheitliche, bessere und bundesweite Finanzierung. 

Natürlich gibt es mittlerweile eine Reihe von Politikerinnen und Politikern, wie auch Parteien, Institutionen, Organisationen und Menschen, die das autonome Frauenhaus in Oberhausen unterstützen, sich für die Belange der Frauen und Kinder einsetzen und ihre Stimme erheben und vieles mit und für das Frauenhaus erreicht haben. Mit diesen Menschen will das Frauenhaus im Oktober in Oberhausen im Altenberg feiern. Feiern, dass es einen Ort für schutzsuchende Frauen und ihre Kinder gibt, denn ohne diese Einrichtungen würden viele Frauen weder den Mut zur Flucht ergreifen noch ein gewaltfreies Leben führen können.