Aktuelles

Stellungnahme von Frauen helfen Frauen Oberhausen e. V.
zum Artikel »Bessere Hilfen bei häuslicher Gewalt«
in WAZ und NRZ vom 26. August 2019


Mit Erstaunen haben wir den Artikel »Bessere Hilfe bei häuslicher Gewalt« zur Kenntnis genommen. Unser gemeinnütziger Verein Frauen helfen Frauen Oberhausen ist seit vierzig Jahren in Oberhausen aktiv und bietet Hilfen bei häuslicher Gewalt, im Frauenhaus und in der Frauenberatungsstelle. Beide Projekte sind in Oberhausen bestens vernetzt und arbeiten mit vielen anderen AkteurInnen in dem Problemfeld zusammen.

So sind wir z. B. im Arbeitskreis Gewalt, der auch schon fast 20 Jahre besteht, mit ca 25 Institutionen vernetzt, die sich regelmäßig viermal im Jahr treffen und über ihre Arbeitsansätze zu häuslicher Gewalt austauschen. Vernetzt und regelmäßige Teilnehmerinnen im AK Gewalt sind z. B. auch Polizei und die Gleichstellungsstelle der Stadt Oberhausen, Jugendamt und Kommunales Integrationszentrum, die Staatsanwaltschaft, die Ärztekammer, viele Beratungseinrichtungen und freie Träger. Der Arbeitskreis hat bereits mehrfach Fachtagungen zu verschiedenen Aspekten häuslicher und sexualisierter Gewalt in Oberhausen veranstaltet und diverse Broschüren und anderes Infomaterial gemeinsam herausgegeben. Informations- und

Diskussionsveranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen wurden durchgeführt – wir möchten nur erinnern an die im letzten Jahr vom AK Gewalt organisierte Ausstellung »Echt Fair« für SchülerInnen des 5. bis 8. Schuljahrs, die im Elsa-Brändström-Gymnasium für Kinder und Jugendliche, Eltern und PädagogInnen aus ganz Oberhausen geöffnet war. Finanziert wird diese Kooperationsarbeit durch das Land NRW, das seit 2001 Runde Tische gegen Häusliche Gewalt in den NRW-Kommunen fördert.

Darum können wir nicht nachvollziehen, dass in Ihrem Artikel der Eindruck erweckt wird, als ob hier durch eine »Erste Fachtagung zum Thema« der Integrationsrat den Anstoß gibt, Strukturen zu schaffen, die es längst gibt. Sicherlich kann Zusammenarbeit verbessert werden, ganz sicher ist, dass Bund, Land und Kommunen sehr viel mehr Geld als bisher für die Hilfen bei häuslicher Gewalt bereitstellen müssen, um Verbesserungen zu erreichen. Wenig hilfreich finden wir Personen oder Institutionen, die bislang noch nie mit uns gesprochen haben, noch nie in bestehenden Vernetzungsstrukturen mitgearbeitet haben und diese einfach ignorieren, so auftreten, als hätten sie das Rad erfunden.