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10. Februar 2010
Stolpersteinverlegung in Erinnerung an Familie Horowitz

Sara Horowitz lebte mit ihrem Ehemann Ezechiel Horowitz und der gemeinsamen Tochter Ellen Renata auf der Sachsenstr. 14, dem Ort der Stolpersteinverlegung. Sie wurde am 12. April 1909 geboren und zog später mit ihrem Ehemann nach Oberhausen. Sie war von Beruf kaufmännische Angestellte und brachte ihre beruflichen Fähigkeiten mit in den Betrieb ihres Ehemannes ein, der einen Sackhandel in Sterkrade betrieb. Das Geschäft mußte 1933 aufgegeben werden. Sara Horowitz wurde am 27. Oktober 1941 über Düsseldorf nach Lodz deportiert. Dort lebte sie aller Wahrscheinlichkeit nach in überaus beengten Verhältnissen im Ghetto. Es gelang ihr, während ihrer Inhaftierung brieflichen Kontakt nach Oberhausen zu halten. Sie wurde im August 1944 von ihrer Familie getrennt und weiter deportiert, vermutlich nach Auschwitz. Sie überlebte das Konzentrationslager Auschwitz nicht. Ihre Tochter Ellen Renata verstarb im Alter von 12 Jahren. Ihr Ehemann wurde zunächst nach Dachau und sodann nach Auschwitz deportiert. Er starb im April 1945 in Dachau.


Seit 1997 verlegt der Kölner Künstler Günter Demnig zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus Stolpersteine. Diese werden am letzten selbstgewählten Wohnort der NS-Verfolgten verlegt und in den Gehweg eingesetzt. Sie enthalten eine Messingplatte, in der Informationen zum Lebensweg und zum Schicksal der Opfer eingraviert sind.


Der Verein Frauen helfen Frauen beteiligte sich an der Stolpersteinaktion, um den Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die unter dem nationalsozialistischen Regime verfolgt und umgebracht wurden, Respekt und Solidarität entgegenzubringen. Das Unsichtbare sichtbar zu machen bleibt auch in Zeiten medialer Hochkonjunktur eine Aufgabe, die nicht endet. Deshalb sind es Orte in unserer nahen Umgebung, Orte in Oberhausen, die uns verdeutlichen, dass auch in Oberhausen Menschen durch Gewalt aus ihrem Heimatort vertrieben und vernichtet wurden.

Diese Erinnerung soll nicht verloren gehen.